Das andere Theater

Next Generation – Vernetzungs- und Informationstreffen für junge Theaterschaffende

Wir möchten euch herzlich zu einem Treffen ins Probenhaus einladen.

Und zwar am 11. Februar 2016 (gleich nach Spleen)
um 15:00
im Raum 1B, Probenhaus, Orpheumgasse 11, 8020 Graz

Themen:
– Was ist Das andere Theater, wann, wie, wieso ist es entstanden?
– Welche Services bieten wir an?
– Welche Organisationen gibts sonst noch, die für euch interessant sind
(IGFT, LAUT!, …)?
– Wie sieht eure Theaterwelt aus? Was können wir für euch tun?
– Was sind eure nächsten Projekte? Wo braucht ihr Unterstützung?
– Was könnt ihr für das DaT tun?

Wir werden auch ein paar alte Hasen und nicht mehr ganz junge Junge einladen, die euch sicher gute Tipps geben können und aus der mittlerweile langjährigen Geschichte der Freien Theater in Graz plaudern können.

Bitte leitet diese Einladung an alle weiter, die das Treffen
interessieren könnte.

Wir bitte um eine kurze Anmeldung per Email oder Facebook und freuen uns auf euch!

Katharina, Christina und Barbara vom DaT

Auf Facebook: Next Generation – Vernetzungs- und Informationstreffen für junge Theaterschaffende

spleen*graz Rahmenprogramm 2016

DAS ANDERE THEATER UND SPLEEN*GRAZ LADEN zu EINBLICKE
Wie arbeiten TheatermacherInnen in Europa und darüber hinaus? Wie gestaltet sich deren Arbeitsprozess? Welche Erfahrungen kann man teilen? Einige Theatergruppen und spleen-Gäste erzählen aus ihrem Arbeitsalltag, von ihren Projekten und ausgewählten Inspirationen.

Wann: So, 7. Februar / 11:00
Wo: spleen*hotspot (Theater im Bahnhof), Elisabethinergasse 27a, 8020 Graz

spleen*graz 4.-8.Februar 2016
Internationales Theaterfestival für junges Publikum
www.spleengraz.at

WORKSHOP MIT JOKE LAUREYNS
Bei spleen*graz ist die belgische Theatermacherin Joke Laureyns mit ihrem vielgespielten und –gepriesenem Stück „Rau“ zu Gast (7. und 8. Februar jeweils 18 Uhr im TTZ Graz). Im Workshop stellt sie ihre Ansätze in ihrer Tanztheaterarbeit speziell mit Kindern und Jugendlichen vor.

Joke Laureyns studierte Philosophie und Theologie. Nach mehreren Jahren als Workshop-Leiterin für kreatives Schaffen durch Bewegung und Tanz gründete sie ihre eigene Compagnie kabinet k in Gent. Seither arbeitet sie als Choreografin zusammen mit ihrem Partner Kwint Manshoven. Seit Anbeginn wurden ihre Stücke sowohl für Erwachsene als auch für Kinder präsentiert. Mit verschiedenen Partnern in Flandern kreierte sie zahlreiche Tanzstücke, bei denen Kinder die Bühne mit professionellen TänzerInnen teilen, u.a.: „i see you“ (2012), „Unfold“ (2009) eine Koproduktion mit Kopergietery (Gent), „Einzelgänger (-)“ (2008) und „Questo Ricordo“ (2006) mit der Compagnie CC Hasselt (Limburg), das auch bei ImPulsTanz 2006 zu sehen war. Neben ihrer choreografischen Tätigkeit leitete sie die Ateliers und Projekte für Kopergietery als Teil des künstlerischen Teams (2003 – 2008). Nach wie vor hält sie Workshops für Kinder und Jugendliche bei Kopergietery, in Schulen und anderen Organisationen. Ihr einzigartiger Zugang zu Tanz mit und für Kinder ermöglicht ihr eine Tätigkeit als Vortragende und Dozentin für Tanz-StudentInnen,  PädagogInnen und KünslerInnen.

Wann: Di, 9. Februar von 10 bis 16 Uhr
Wo: Theater am Ortweinplatz, Ortweinplatz 1, 8010 Graz
Kombipreis: Ticket für „Rau“ und Workshop: 20,-
Anmeldung: info@spleengraz.at, 0316/ 846094

DIALOG: WIDER DIE HEILE WELT?

Theater für junges Publikum: Experimentierfeld oder moralische Anstalt?
„Ich möchte nicht, dass meine Kinder mit dem Thema Homosexualität konfrontiert werden – sie können das nicht einordnen, das verwirrt sie.“ Eltern
„100 Mal am Tag sagen wir den SchülerInnen, das sie das nicht sagen dürfen, und dann hören sie es auf der Bühne!“ Lehrerin
„Mein Anspruch ist es Kunst für Kinder zu machen, die nichts beschönigt, sondern sich ehrlich mit einem Thema auseinandersetzt. Ich habe das Gefühl, unser Publikum driftet in einen neuen Konservatismus ab.“  Theatermacherin

Auf der Suche nach Themen und Formen, die für junge Menschen relevant sind, stehen TheatermacherInnen immer wieder vor der Frage: Was ist eigentlich die Aufgabe des Theaters für junges Publikum? An den Verbindungslinien zwischen Kunst und Pädagogik, Vermittlung und Partizipation vertritt jede/r seinen eigenen Standpunkt: PädagogInnen, KünstlerInnen, Eltern, das junge Publikum und glaubt zu wissen, was zu tun ist. Aber wer bestimmt letztlich, welche Werte und auch wie diese auf der Bühne verhandelt und vermittelt werden? Wie weit darf sich die Kunst für junge Menschen aus dem Fenster lehnen? Haben alternative Sichtweisen auf die Welt, provokante Fragestellungen, unbequeme Themen, realistische, mitunter auch „harte“ Darstellungen der Wirklichkeit, Alltagssprache und vielleicht sogar Schimpfwörter einen berechtigten Platz auf der Bühne oder im Gegenteil nichts dort verloren? Sollten sie zu Gunsten einer Idealisierung hintangestellt werden, um die ZuschauerInnen nicht mit „falschen Role models“ zu konfrontieren, aus Rücksichtnahme auf den Bildungsanspruch, vielleicht auch aus einer Verantwortlichkeit heraus, das Publikum zu schützen?

Ehrlich und kontrovers möchten wir über diese Fragen diskutieren und laden TheatermacherInnen, PädagogInnen, Eltern, Publikum und alle Interessierten dazu ein, sich zu beteiligen!

Wann: Sa, 6. Februar / 11:00
Wo: spleen*hotspot (Theater im Bahnhof), Elisabethinergasse 27a, 8020 Graz

MASTERCLASS THEATERPÄDAGOGIK
Einladung zur vierten Masterclass | Was heißt echte Partizipation?

Die vierte Masterclass: Theaterpädagogik setzt sich mit dem Themenkomplex der „Partizipation“ auseinander. Neben dem gemeinsamen Austausch umfasst das Programm der Masterclass einen sechsstündigen Workshop mit der Theaterpädagogin Frederike Dengler.

Wann: Sa, 06. Februar ganztags und So, 07. Februar von 9:30 bis 13:00
Wo: Das andere Theater (Orpheumgasse 11, 8020 Graz) bzw. spleen*hotspot (Theater im Bahnhof), Elisabethinergasse 27a, 8020 Graz

Nähere Infos & Anmeldung: www.assistej.at

Einladung „Ein Kuss unter Fremden. 1. Versuch“ – Symposium zur Situation von Gastspielen in der Steiermark

theaterland steiermark, Das andere Theater und der Kulturverein TAG theateragenda
laden im Rahmen des bestOFFstyria Festivals 2015 herzlich ein:

„Ein Kuss unter Fremden. 1.Versuch“ – Symposium zur Situation von Gastspielen in der Steiermark

 Im Zuge eines Roundtables beim bestOFFstyria Festival 2014 in Graz wurde das Thema „Gastspieltätigkeit von den Theatern in den steirischen Regionen“ und die diesbezüglichen Probleme der finanziellen und organisatorischen Unterstützung diskutiert. Sehr schnell wurde klar, dass der Wunsch nach einem Projekt zur Ankurbelung der Gastspieltätigkeit in der Steiermark gegeben ist.

So formierte sich in Kooperation von Das andere Theater und dem Kulturverein TAG theateragenda die Idee eines Projekts mit dem Arbeitstitel „Nachhaltigkeit“, dessen Aufgabe es ist, dass man die Rahmenbedingungen für Gastspiel in der Steiermark verbessert.

 Beim Symposium werden an Hand von Impulsreferaten Erfahrungen mit Theater in den Regionen und das Konzept Gastspieltätigkeit aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert, best practice Beispiele aufgezeigt und Informationen über Gastspielförderung vermittelt.

Des Weiteren freuen wir uns, allen Teilnehmern eine modifizierbare Gastspielmappe präsentieren zu dürfen. Die Mappe gibt den freien, professionellen Theatern die Möglichkeit, sich und ihre gastspielfähigen Stücke zu präsentieren.

Ziel des Symposiums ist es, einen Raum für Begegnung und Kennenlernen zu schaffen, ein Netzwerk aus Gemeinden, KulturveranstalterInnen und Kunstschaffenden aufzubauen, um einen kulturellen Austausch zu ermöglichen und professionelles, freies Theater sichtbarer zu platzieren.

 Datum: 10. September 2015

Zeit: 10:00 bis 16:30 Uhr

Ort: Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz

 

Um Anmeldung unter office@dasanderetheater.at wird gebeten.

Offener Brief_Kürzungen der mittelfristigen Förderungen

Offener Brief betreffend die Kürzungen der mittelfristigen Förderungen im freien Theaterbereich

Sehr geehrter Herr Landesrat Dr. Buchmann!
Sehr geehrtes Kulturkuratorium!

Seit kurzem liegen die Ergebnisse der mittelfristigen Fördervereinbarungen für den Zeitraum 2016 bis 2018 vor.
Grundsätzlich begrüßen wir die Tatsache, dass junge Theater, welche sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht haben, mit höheren Fördergeldern bedacht wurden und so ihre künstlerische Arbeit zu schätzen gewusst wird.
Diese finanziellen Mittel ermöglichen einen ersten Schritt aus der Prekarität, wobei man dennoch festhalten muss, dass trotz alledem geregelte Anstellungsverhältnisse nicht möglich sind.

Andererseits wurden auch viele künstlerisch vielgeschätzten Theaterinstitutionen um ein Vielfaches gekürzt. Und diese Ergebnisse lassen an vielen Ecken und Enden schockierte und ratlose Gesichter zurück. Planungssicherheit haben Sie versprochen, finanzielle Einschränkungen und eine von Unsicherheit geprägte Aussicht auf die Zukunft sind gekommen!

Die mittelfristigen Fördervereinbarungen sollten die „Rahmenbedingungen für die vielfältige freie und regionale Szene“ schaffen und den Kulturschaffenden „ein korrektes und zukunftsorientiertes Management ihrer Aktivitäten sichern und das Land Steiermark als verlässlichen Partner mit transparenten Entscheidungsgrundlagen positionieren“. So lautet der zitierte Text der Ausschreibung.

Wir als Interessensvertretung der freien Theaterszene Steiermark fragen uns, wie es in Anbetracht der vorliegenden Ergebnisse für KünstlerInnen möglich sein soll, zukunftsorientiert zu arbeiten, wenn die beschlossenen Summen stark gekürzt wurden?
Wie kann es sein, dass Theater mit internationaler Reputation um ein Viertel und mehr gekürzt werden und somit auch Arbeitsplätze der KünstlerInnen der Förderschere zum Opfer fallen?

Auf Basis der auf Ihrer Homepage http://www.kultur.steiermark.at veröffentlichten Listen zu den Fördersummen haben wir 41 Theaterbetriebe in der Steiermark herausgenommen und die genehmigten Summen für die Förderperiode 2016 – 2018 mit den genehmigten Fördersummen für die Periode 2013 – 2015 verglichen.
Der Vergleich dieser Summen zeigt, dass 17 Theaterbetriebe gekürzt wurden und jeweils 12 Institutionen gleich geblieben sind oder gar erhöht wurden.
Ebenso zeigen die Werte auf, dass mehrere Theater betroffen sind, die bemüht sind, das Theater in die Steirischen Regionen zu bringen und somit BesucherInnen einen Theatergenuss auch in ihrer Gemeinde oder in ihrer Region zu ermöglichen, der ihnen ansonsten verwehrt geblieben wäre oder mit einem hohen Zeit- und Kostenfaktor für die Anreise in die größeren Städte verbunden gewesen wäre. Gerade die Kürzungen in diesem Bereich stehen in einem großen Widerspruch zu den von Ihnen im Call formulierten Richtlinien bezüglich der regionalen und vielfältigen Szene in der Steiermark und dem dezidiert gewünschten Steiermark-Effekt und Bezug.
Beim letzten Roundtable im Zuge des bestOFFstyria Festivals 2014 wurde von Seiten der KulturveranstalterInnen als auch den Kulturschaffenden der Wunsch geäußert, die Gastspieltätigkeit in der Steiermark verstärkt anzukurbeln und die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern und neue Konzepte zu erarbeiten.
Aber wie sollen zukünftig mehr Gastspiele ermöglicht werden – ergo Verdienstmöglichkeiten für die Theater geschaffen werden – wenn regionale Kulturinitiativen wie beispielsweise das Kulturviech in Rottenmann keine Förderung mehr bekommen?
Wie soll Gastspieltätigkeit angekurbelt werden, wenn die Fördergelder für Theaterfestivals in der Steiermark um bis zu 20 Prozent gekürzt wurden?

Als würden diese Einschnitte noch nicht reichen, hat die Tatsache, dass alle im Kulturkuratorium vertretenen Institutionen keinerlei Kürzungen hinnehmen mussten, im Gegenteil, diese sogar höhere Fördergelder verzeichnen konnten, einen schalen Beigeschmack bei den übrigen AntragsstellerInnen hinterlassen. Das Missfallen all jener Institutionen, die diese Vorgehensweise als sehr fragwürdig erachten und den Wunsch nach einer Änderung des Entscheidungsprozesses in Hinblick auf die Fördergelder äußern, ist verständlich.
Wir als VertreterInnen der freien Theater fordern, dass künftig Kürzungen begründet werden und man den Dialog mit den Ansuchenden sucht. Dies möge eine höhere Transparenz gewährleisten und somit auch die Möglichkeit schaffen, auf Vorschläge und/oder konstruktive Kritik des Kulturkuratoriums einzugehen. Dies könnte ein erster Schritt dahingehend sein, das fehlende Vertrauen in das Kulturkuratorium herzustellen und zukünftig ein gutes Miteinander zu schaffen.
Des Weiteren schließen wir uns den Wünschen der IG Kultur und diversen anderen InitiativenvertreterInnen an, dass das Kulturkuratorium und die Entscheidungsfindung bezüglich der Förderhöhen umstrukturiert werden sollen.

Mit den besten Grüßen
Für Das andere Theater
Andrea Egger – Dörres & Katharina Dilena
Geschäftsführung Das andere Theater

Die Gießkanne ist am verdunsten …

Offener Brief an den Kulturlandesrat Dr.Buchmann!

Sehr geehrter Herr Landesrat!

Die Sparwut im Bereich der Kulturförderung in der Steiermark gefährdet
die Existenz von bisher ohnehin bescheiden geförderten Theaterschaffenden!
Die im Februar 2015 vom Landtag beschlossenen Jahres- und Projektförderungen des Landes Steiermark für Freie Theater schockieren.
Bei etablierten Theatern ohne einen mehrjährigen Fördervertrag wurden die Fördersummen für das Jahr 2015 einfach weitergeschrieben, obwohl mehr und größere Projekte umgesetzt werden und Formationen wie die Rabtaldirnln und viele andere national wie international großes Ansehen genießen.
Jene Theater, die ohnehin schon wenig bekommen haben, wurden aus unverständlichen Gründen um teilweise bis zu 50% gekürzt.

NachwuchskünstlerInnen, die sich in den letzten Jahren einen Namen
gemacht, mit geringen finanziellen Mitteln interessante Theaterprojekte aufgebaut haben, erhalten nun gar nichts mehr – und das bei einem laut LR Buchmann „konstanten Budget für die Freie Szene“ durch Umschichtungen von den „Großen“ zu den „Kleinen“.

„Wenig“ bedeutet Fördersummen zwischen 2.000 und 5.000 Euro. So wird
erwartet, dass Theater mit einem Beitrag des Landes Steiermark von 1.000
bis 2.000 Euro ein Theaterstück produzieren und aufführen. Geht man vom
Prinzip der Drittelförderung aus (1/3 je Gebietskörperschaft: Bund,
Länder, Gemeinden) und berücksichtigt man, dass vom Bund sehr wenig in
die Steiermark fließt (rund 4% des Kulturbudgets), so stehen vielen Theatern
unter 5.000 Euro für eine Produktion zur Verfügung.
Eine mittlere Produktion mit 2-3 SchauspielerInnen verursacht bei fairen
und professionellen Gagen Kosten von ca. 20.000 Euro.

Kriterien wie Eigenleistungen (manche Theater erwirtschaften bis zu 44%
ihrer Mittel selbst), Internationalität, Förderung von Jugend oder
Initiativen in den Regionen, die in den Ausschreibungen und im
kulturpolitischen Auftrag an das Kulturkuratorium gefordert werden,
zählen letztendlich nicht.
So wurde ein Festival für Figurentheater in Gleisdorf von 5.500 auf
3.000 Euro gekürzt – 2.500 Euro,die hier sehr schmerzen, insgesamt aber nur ein
„Tropfen auf dem heissen Stein“ sind.

Zur Erinnerung: LR Buchmann in der Kleinen Zeitung am 23.10.2010: „Mein
Wort gilt für alle: Wir werden sicher nicht bei den sogenannten Kleinen
zu sparen beginnen, weil da ja ohnehin wenig bis nichts zu holen ist“

Zudem ist ein eklatantes Ungleichgewicht zwischen den einzelnen
Fördersummen zu bemerken: Eine Wiederaufnahme eines Kinderstücks aus
Niederösterreich erhielt im Jahr 2014 25.000 Euro an Kulturfoerderung (entgegen der
Empfehlung des Kulturkuratoriums!), ein seit Jahren in der Steiermark
arbeitendes Kindertheater bekommt für eine Neu-Produktion 1.000 Euro
(angesucht waren bescheidene 4.000 Euro).
Und dabei heißt es, dass man weg wolle vom „Gießkannenprinzip“, das
allen etwas, aber nicht genug zum Überleben beschert.
Wer eine Förderung bekommen hat, und sei sie auch noch so gering,
hat auch kein Anrecht auf eine Vorsprache beim Kulturkuratorium – friss
oder stirb!

Eine Konsequenz:
SchauspielerInnen melden sich arbeitslos, damit sie finanziell noch über
die Runden kommen. Natürlich produzieren sie nebenbei, denn das ist ja
ihr Beruf. Nur leben können sie davon nicht.

Damit sind die in den letzten Jahren kontinuierlich fortschreitende
Professionalisierung und die damit einhergehende Schaffung von
Arbeitsplätzen in der Freien Theaterszene in Gefahr!

Dass die Freien Theater gleichwertig neben dem Schauspielhaus stehen,
beweist eine Erhebung von Das andere Theater für die Jahre 2009 bis
2012. Durchschnittlich besuchten 234 Personen pro Tag Stücke der
Freien Theater, das Schauspielhaus hatte mit all seinen Bühnen in der
Saison 2012/13 durchschnittlich 235 BesucherInnen am Tag.

Die Fördersummen liegen dabei bei 1,5 Mio. für die Freie Szene und 15
Mio. für die Theaterholding (Schauspielhaus, Oper, Next Liberty, 698
Besucher/Tag).
Der Eigenwirtschaftsanteil des Schauspielhauses liegt bei 16%.

Wir fordern das Kulturkuratorium und den verantwortlichen Landesrat Buchmann auf:

  • – Die Rolle der Freien Theater in Graz und der Steiermark endlich
    anzuerkennen und im Kulturbudget entsprechend abzubilden.
  • – Für angemessene Fördersummen zu sorgen, damit professionell gearbeitet
    werden kann und faire Gagen bezahlt werden können.
  • – Die eingereichten Budgets als realistische Angaben und nicht als
    utopische Wunschvorstellungen zu werten und die Förderungen
    dementsprechend zu gewähren.

Mit den besten Grüßen
Für den Vorstand „Das andere Theater“
Andrea Egger-Dörres & Katharina Dilena (GF „Das andere Theater“)

Quelle: Regierungsbeschlüsse, Land Steiermark Regierungssitzung vom
12.2.2015
Eigenangaben von Grazer/Steirischen Theatern
PS: Das Ansuchen war bis 1.11.2014 einzureichen, die Bescheide ergingen
fast 4 Monate später, für Projekte die teilweise schon im April 2015
stattfinden.

 

Dieser Offene Brief erschien auch in der GIFT 1/2015 und auf der Plattform theaterpolitik.de

http://www.theaterpolitik.de/index.php/diskurse/das-freie-theater-die-alternative/429-die-giesskanne-ist-am-verdunsten

http://www.freietheater.at/index.php?page=service&subpage=gift

 

Das andere Theater • Orpheumgasse 11 • 8020 Graz • Austria • Telefon: +43 (0) 316 72 02 16 • Email: office(at)dasanderetheater.at